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Karpaltunnelsyndrom

Information über das Karpaltunnelsyndrom

Was ist das Karpaltunnelsyndrom?
Als Karpaltunnelsyndrom werden die Beschwerden (u.a. nächtliches Aufwachen durch Schmerzen, Taubheit der Finger) bezeichnet, die durch eine Enge im sog. Karpaltunnel oder Karpalkanal entstehen. Der Karpaltunnel befindet sich auf der Innenseite der Hand zwischen Hohlhand und Handgelenk und wird von den Handwurzelknochen und dem querlaufenden Karpalband gebildet. Durch diesen Tunnel laufen die Beugesehnen und der sog. Mittelnerv. Aus verschiedenen Gründen kann es zu einer relativen Einengung in diesem Tunnel mit nachfolgenden Druckschäden am Mittelnerven kommen.

Wie stellt man das Karpaltunnelsyndrom fest?
Der Neurologe kann durch Überprüfung der Nervenleitgeschwindigkeit und der Daumenballenmuskeln unterscheiden, ob Beschwerden von einer Einengung des Nerven im Karpaltunnel, am Ellenbogen, an der Halswirbelsäule oder anderen Stellen des Körpers verursacht werden. Deshalb ist die Überprüfung unabdingbare Voraussetzung.

Wie wird das Karpaltunnelsyndrom behandelt?
Hat der Neurologe die Einengung am Karpaltunnel bestätigt, kann eine Nachtschiene Linderung bringen, meistens hilft aber letztendlich nur eine Aufhebung der Einengung durch die Spaltung des Karpalbandes, es muss also operiert werden, damit Sie beschwerdefrei werden. Andere Maßnahmen (Spritzen, Salben, Krankengymnastik etc.) haben eine höchstenfalls aufschiebende Wirkung.

Vor der Operation
Berichten Sie uns bitte, welche Erkrankungen Sie bisher hatten und welche Medikamente Sie regelmäßig einnehmen. Ihr Hausarzt muss Sie vor der Operation untersuchen, Sie erhalten von uns die dafür erforderlichen Formalien. Blutgerinnungshemmende Medikamente (ASS, Aspirin®, Plavix®, Godamed®, Marcumar® etc.) nehmen Sie sieben Tage vor der Operation nicht mehr ein; besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob Sie eines Alternativmedikamentes bedürfen.

Die Betäubung
Die Betäubung für die Operation erfolgt in der Regel durch Einspritzen von Medikamenten in den Bereich des Nervengeflechtes am Übergang vom Oberarm zur Schulter (Plexus axillaris). Dies führt nach einiger Zeit (Minuten bis etwa eine halbe Stunde) dazu, daß der Arm und die Hand gefühllos werden, was sicherlich ungewohnt ist und manchmal auch als unangenehm empfunden wird. Es kann vorkommen, daß die Betäubung unzureichend ist, dann spritzen wir unmittelbar vor der Operation noch zusätzlich ein Betäubungsmittel am Handgelenk. Die Betäubung klingt nach mehreren Stunden langsam ab.

Die Operation
Zur besseren Sicht wird das Blut aus dem Arm gewickelt und eine Manschette am Oberarm aufgepumpt. Durch einen etwa 2-4cm langen Hautschnitt in der Hohlhand wird die Hand eröffnet, das Karpalband freigelegt und gespalten. Anschließend werden die Oberarmmanschette gelöst, kleine allfällige Blutungen gestillt, die Haut genäht und ein Verband angelegt.

Was sind die Risiken der Operation?
Wie bei jedem Eingriff kann es (selten) zu Blutungen oder Infektionen kommen, es können Nerven verletzt werden, die zu Funktionsstörungen oder Mißempfindungen führen können. Ungünstige Narbenbildung ist ebenso wie eine sog. Reflexdystrophie sehr selten. Es kann zu einem Wiederauftreten der Erkrankung kommen (sog. Rezidiv), das ggf. einen nochmaligen Eingriff erfordert. Insgesamt ist das Risiko der Karpaltunneloperation gering, es ist eine der häufigsten in dieser Praxis durchgeführten Operationen.

Wie sind die Erfolgsaussichten?
Wenn die Beschwerden erst kurze Zeit bestanden, erholt sich der Mittelnerv komplett. Die nächtlichen Schmerzen verschwinden sofort. Die Taubheit der Finger kann sich bis zu 1 Jahr nach der Operation bessern. Ist die Daumenballenmuskulatur länger als 1 Jahr geschwächt, erholt sie sich nicht mehr vollständig.

Was ist bei der ambulanten Durchführung zu beachten?
Ob Sie am Morgen der Operation normal zu Hause frühstücken (und ggf. Ihre Morgenmedikation einnehmen) können, hängt von der Betäubungsform ab, wir teilen Ihnen dies genauestens mit. Sie können einen Walkman o.dgl. mitbringen. Sie bleiben nach der Operation noch ein bis zwei Stunden in der Praxis. Sie müssen sich nach der Operation von jemandem abholen lassen. Sie dürfen bis zum nächsten Morgen nicht alleine bleiben, es muß ein Erwachsener in Rufweite sein. Am Abend des Operationstages rufen wir Sie zuhause an und möchten von Ihnen wissen,
- wie es Ihnen geht,
- ob sie Schmerzen haben,
- wie das Gefühl in den Fingern ist.
In der Nacht nach der Operation ist Dr. Luy durchgehend für eventuelle Notfälle erreichbar, wir schreiben Ihnen dazu seine Festnetz- und Mobiltelefonnummer auf.

Nach der Operation
Sie bekommen von uns ein Schmerzmedikament mit, das in den ersten Tagen erforderlich ist. Für etwa eine Woche übt ein kleines Stahlwollekissen sanften Druck auf das Operationsgebiet aus. Am Tag nach der Operation kommen Sie in die Sprechstunde, Verbandswechsel sind alle 2 – 5 Tage erforderlich. Der Verband soll nicht feucht werden; falls doch, fönen Sie ihn bald trocken. Die Fäden werden nach knapp zwei Wochen entfernt. Am Tag danach können Sie wieder baden. Eine Arbeitsunfähigkeit besteht für etwa zwei bis sechs Wochen, je nach Beruf bzw. Tätigkeit. Etwa drei Monate nach der Operation muß durch eine erneute neurologische Kontrolle der Erfolg überprüft werden.


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